Dr. Vannevar Bush


Biografie
As we may Think


 

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Biografie

Der Zweite Weltkrieg brachte den Radar, Entschlüsselungsmaschinen, Schlachtfeldkommunikationstechnik und ein Tempo der Tätigkeiten hervor,
die zusammen das Vermächtnis der Computerwissenschaften bildeten. Problemlösungen für das Fernmeldewesen, die Automatisierung und Fernsteuerung von Befehl- und Kontrollvorgängen ergaben sich allesamt
aus Notwendigkeiten der Kriegszeit.

Der 1890 geboren Dr. Vannevar Bush ist einer der Pioniere auf dem Gebiet
des Networking.
1929 kommt Bush ans MIT und lehrt als Professor „for electrical engeneering“. Durch Roosevelt wird er 1940 zum Vorsitzenden des National Defense Research Commitee ernannt.
Bush war während des zweiten Weltkrieges Direktor des Office of Scientific Research and Development (Büro für naturwissenschaftliche Forschung und Entwicklung) unter den Roosevelt- und Truman-Regierungen, und war eng in das Manhattan-Project eingebunden. 1950 wurde er zum ersten Direktor der National Science Foundation (Nationale Wissenschaftsstiftung) ernannt. Sein im Juli 1945 im Atlantic Magazine erschienener Artikel „As We May Think (Wie wir uns denken können)„ beschreibt ein „Memex-Gerät“, das man heute als Laptop- oder Palmtop-Computer bezeichnen würde, und das die erste Generation der Nachkriegs-Computerwissenschaftler (die damals noch nicht so hießen) dazu inspirierte, verschiedene Möglichkeiten durchzuspielen, wie man die Macht des Computers für zunehmend menschenfreundliche Zwecke nutzbar machen könnte. „Memex“ war eine mechanische, auf Mikrofilm basierende persönliche Informationsverarbeitungsmaschine.

Der Sputnik-Abschuß am 4. Oktober 1957 brachte jedermann ins Bewußtsein, wie wichtig Wissenschaft für die Verteidigung ist. Während der Weltraum-Wettlauf das offensichtlichste, ja glamouröseste äußere Zeichen des Kalten Krieges war, und die Technologie selbst eine Waffe in der Rivalität des Kalten Krieges bedeutete, kann man behaupten, daß die Saat des Computer-Networking, die zur gleichen Zeit gelegt wurde, sehr viel andauerndere, tiefgreifendere und weitläufigere Konsequenzen hatte.
Von der Entwicklung der Atombombe im Rahmen des „Manhattan Projects“, der Entwicklung der H-Bombe bis zum Wettrennen zum Mond und dem „Sternenkrieg“war er an allen wichtigen Wissenschaftsprojekten der USA beteiligt.

Bush war auch der erste, der die Bedeutung von „Venture capital“ und
„the way risk-taking inventors“ sah, was die ineffizienten corporate Oligarchien zerstörte, die Amerika seit der Jahrhundertwende bis in die 80er beherrschten.
Am MIT begann er Forschungs-Partnerschaften mit lokalen Firmen und dem Pentagon. Die drei führenden Universitäten in dieser Partnerschaft waren Harvard, die UCLA und das MIT.

Privat war Bush Entwickler und Mitbegründer der Rüstungsfirma RAYTHEON, einer der größten US Vertragspartner für das Verteidigungsministerium und Präsident des „Carnegie Institute of Washington“.
Durch den Einfluss von Projekten wie SAGE (THE SAGE COMPUTER) und Organisationen wie IPTO schuf die von Bush geförderte Partnerschaft Universität-Militär Voraussetzungen für die spätere Entwicklung des WWW durch die DARPA und das Lincoln Laboratory am MIT.

Er legte auch den Grundstock für die „high tech Route 128“ rund um Boston mit zahlreichen Hochtechnologie-Firmen u.a. wie Mitre, die Teil des Militär-Wissenschaft-Universitäts-Komplexes der USA sind.

Der 1974 verstorbene Bush war nicht nur der „Godfather of the information age“, sondern auch anregend und prägend für Generationen von Ingenieuren und Wissenschaftlern. Für Doug Engelbart und J.R. Licklider, aber auch für Computer-Hippies wie Doug Engelbart oder Ted Nelson und viele Softwareentwickler war As May We Think „eine Bibel“ und legte den intellektuellen Samen für das WWW.

 

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As we may Think
von Vannevar Bush

As we may Think ist einer der wichtigsten Texte in der Theoriegeschichte der Rechner, und erlaubt einen Blick auf die Probleme, auf die der Computer möglicherweise eine Antwort ist. Für V.Bush war das Problem: für die Forschung und die eigene Arbeit relevante Informationen zur Kenntnis zu nehmen -
Daten und diese selektieren zu können.
Er schlug vor, dazu vom menschlichen Geist zu lernen: dieser arbeitet mittels Assoziationen und einem komplizierten Gewebe von Pfaden, das über die Hirnzellen verläuft. Die Auswahl erfolgt durch Assoziation. Diese müsste nun mechanisiert werden.
Dazu entwarf Bush als künftiges Arbeitsgerät zum persönlichen Gebrauch
„MEMEX“ vor , eine Art mechanisiertes privates Archiv oder Bibliothek.
Das sollte eine vergrößerte persönliche Ergänzung zum Gedächtnis sein.
Das Kernstück ist ein Vorgang der zwei Informationen miteinander verbindet - ein Netz assoziativer Pfade.
Seine Prognose war: ein neuer Berufszweig von Fährtensuchern wird entstehen und sich damit beschäftigen Pfade durch die ungeheure Menge
von Aufzeichnungen und Dokumenten anzulegen. Ziel würde sein, die gewaltigen Aufzeichnungen wahrhaft dienlich zu machen.

Erst seit kurzer Zeit wird der Computer nicht mehr als Denkwerkzeug,
sondern als Medium betrachtet. V. Bush geht von folgenden Problemen der Kommunikation aus: die Menge des relevanten Materials nimmt exponentiell zu, der Anteil des Gelesenen wird relativ immer geringer.
Der Austausch mit dem Pool des Wissens gerät in die Krise.
Bush antwortet mit der Entwicklung einer Maschine: MEMEX, die in Konzeption und Form schon sehr stark künftige Computer und deren Displays erahnen läßt.


 

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