ARPA (Advanced Research Projects Agency)


ARPA (Kurzfassung)
Timeline
ARPA Historie

 

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ARPA (Kurzfassung)
Agentur des Verteidigungsministeriums (DoD=Department of Defense) der USA. Sie ist verantwortlich für die Entwicklung neuer Technologien zu militärischen Nutzung. Die ARPA hat das erste Datennetz, das ARPANET, ins Leben gerufen. Aus dem ARPANET ist das heutige Internet entstanden.
Home Page http://ftp.arpa.mil/

 

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Timeline:
Am 9.1. 1958 fordert Präsident Eisehower in seiner Rede „Zur Lage der Nation“ die Gründung der „Defense Advanced Research Projects Agency“ (DARPA) durch das „Department of Defense“ (DoD).
(Später wird DARPA in ARPA umgenannt, die Abkürzung für“Advanced ResearchProjects Agency“. Die DARPA ist zunächst ein Forschungsinstitut des Pentagon, das, 1958 als Reaktion auf den sowjetischen Sputnik 1 gegründet, die technische Forschungen finanziert. DARPA wird zwischen 1971 und 1996 zweimal zu "ARPA" und wieder zurück umbenannt, was teilweise zu etwas Verwirrung beim Lesen von "historischen" Quellen führt.)
ARPA besaß keine eigenen Forschungseinrichtungen. Die von ihr initiierten Projekte wurden an Universitäten oder zivilen Forschungsinstituten durch ausgewählte Vertragspartner durchgeführt.
1961 wird Jack P. Ruina Direktor der ARPA
1961 startet das „Command and Control Project“zur Sammlung, Auswertung und Beurteilung strategischer Daten mit Hilfe des Computers.
1962- 1964 wird Joseph C.R.Licklider auf Wunsch der ARPA dessen Direktor. Licklider kam vom Lincoln Lab des MIT, wo er im „Psychoakustik Laboratory“ tätig war. Später wird das „Command and Control Research Office“ in „Information Processing Techniques Office“ (IPTO) umbenannt.
Licklider verfasst 1963 das „Memorandum to Members and Affiliates of the Intergalactic Network“, wo er den Mitgliedern des Intergalakt-
ischen Netzwerkes, den Vertragspartner der ARPA, seine Visionen für ein künftiges Computernetzwerkes mitteilt.
1964-65 wird Ivan Sutherland Direktor der ARPA (der ebenfalls vom MIT
kam). 1966-69 wird sein Assistent bei der ARPA, Robert Taylor, neuer Direktor von IPTO, das zu ARPA gehört (Taylor´s Mentor war J.C.R.Licklider, Taylor studierte Psychoakustik und leitete später als Systemingenieur das „NASA Headquartes Office of Advanced Research and Technology“).
1966 Charlie Hertzfeld neuer ARPA-Direktor.
Robert Taylor benötigt für sein 1966 begonnenes Netzwerk einen Leiter, holt Lawrence (Larry) G. Roberts vom Lincoln Laboratory des MIT.
1967 stellt Roberts den ersten Netzwerkplan eines „circiut-switching“ Netzwerks vor.
Roberts gründet die „networking working group“.
1968 erfolgt die erste Ausschreibung für das ARPANet
1969 Implementation von Rechnern der UCLA, des Stanford Research Institute u.a.
1969 Umzug von ARPA nach Arlington, Virginia
1972 erste öffentliche Vorführung in Washington DC - gelang Entwicklern aus der Rechenmaschine Computer das Kommunikationsmedium Computer zu entwickeln: ein Netzwerk vorwiegend an mit Militär verbundenen Unis, und Firmen wie MITRE und Rand Corporation.
1972 wieder Umbenennung von ARPA in „Defense Advanced Research Projects Agency“ DARPA
1974 entwickeln Bob Kahn/Vint Cerf das TCP-Protokoll, was für die Kommunikation zwischen den Netzwerken wichtig ist.
1975 geht Netzwerkverwaltung des ARPANets von der DARPA an die DCA („Defense Communication Agency“ des Verteidigungsministeriums) über, die Bedarf angemeldet hat
1983 Splitting von ARPA-Net und MILNET, das in das DEFENSE DATA NETWORK integriert wird
1989 werden die Reste des ARPANets abgebaut und demontiert
1993 wird DARPA unter der Clinton-Administration wieder umbenannt
in ARPA
1996 wird ARPA wieder umbenannt in DARPA

 

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ARPA Historie
Als eine von mehreren Reaktionen auf den Sputnik-Schock hatte das
amerikanische Verteidigungsministerium 1958 eine Forschungsbehörde unter dem Namen Advanced Research Projects Agency (ARPA) gegründet. Als Kind des kalten Krieges stand die ARPA unter der Vorgabe, im Dienste der Landesverteidigung den technologischen Vorsprung der Vereinigten Staaten durch Förderung hierzu geeigneter Projekte zu sichern. Ausdrückliche Zielsetzung der ARPA war es, neue, innovative Technologien zu entwickeln und dabei auch nach Visionen und verrückten Ideen Ausschau zu halten um sie auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen.

Die Politik der ARPA bestand darin, keine eigenen Forschungseinrich-
tungen zu unterhalten, sondern mit universitären und industriellen
Vertragspartnern zu kooperieren und die von ihr finanzierten Projekte zu koordinieren. US-Präsident Johnson gab im September 1965 die Richtlinie aus, daß bei der Verfolgung der weitgesteckten Ziele der ARPA auch Grundlagenforschung ohne direkten Anwendungsbezug finanziert werden sollte: "Under this policy more support will be provided under terms which give the university and the investigator wider scope for inquiry, as contrasted with highly specific, narrowly defined projects" (Johnson, 1972). Finanziell gefördert wurden unter anderem Projekte zur Raketentechnik und die Entwicklung neuer Materialien und Werkstoffe, aber auch viele verhaltenswissenschaftliche Forschungen.

Erfolgreiche technologische Entwicklungen der ARPA wurden dem Militär zur Nutzung überlassen. Gleichzeitig ermunterte die ARPA die private Wirtschaft, die gewonnenen Forschungsresultate in Produkte umzusetzen, was indirekt wiederum dem Militär zugute kam, weil es auf diese Weise fortgeschrittene Technologien zu einem erträglichen Preis erwerben konnte.

Wie kam es zur Gründung der Arpa-Behörde ?
Einer der Gründe war der grosse Respekt des Vorgängers von Johnson, Präsident Eisenhower, für Wissenschaft und Wissenschaftler. Der Start des sowjetischen Sputniks liess die Strategen der USA eine Raketenlücke vermuten. James R.Kilian Jr. war zu dieser Zeit (1957) Präsident des MIT, und Sonderberater von Präsident Eisenhower. Er sollte nun die „wissenschaftliche Verbesserung unserer Verteidigung vorantreiben“. 1958 werden im Kongress erstmals Mittel für die ARPA beantragt. Erster Leiter der ARPA ist Roy Johnson, ein Geschäftsmann. Er ist ein lautstarker Befürworter starker militärischer Präsenz der USA im Weltraum, und fordert Satelliten zur weltweiten Überwachung, im Weltraum operierende Abfangflugkörper, strategische Waffensysteme in Erumlaufbahnen und bemannte Raumstationen und eine Mondbasis.
Die Mitarbeiter der ARPA werden aus dem Reservoir von technischen Spitzentalenten der Industrie rekrutiert, und von Firmen, die Vertrags-
partner des Pentagon sind.
1958 wird die NASA gegründet. Diese bekam nun die Aufgaben für solche Projekte. Das brachte eine neue Aufgabenorientierung für ARPA: Grundlagenforschung und Forschungsvorhaben an vorderster Front der Wissenschaft. Und es wurde einer der bisherigen Fehler beseitigt, keinen Kontakt zu den Spitzenuniversitäten zu haben. So entstand der spezifische
„ARPA-Stil“. Im Kontext mit Wahl von John F.Kennedy zum Präsidenten, wurde ein neues Verteidigungskonzept entwickelt, „flexible response“. 1961 wird Jack P. Ruina Direktor der ARPA, und das „Goldenes Zeitalter“ der ARPA beginnt, das heisst: es fließen große Mengen Fördergelder aus dem Militär- und Verteidigungshaushalt für Computerforschung an ARPA,
die zunehmend flexible, interdisziplinäre und dezentralisierte Strukturen entwickelt.

Das zur Verfügung stehende Jahresbudget wird jährlich gesteigert, wobei erste Priorität die Raketenabwehr und die Entwicklung von Nachweismethoden für Atomversuche haben.
Zusätzlich gibt es auch Programme für Experimente in der Verhaltensforschung und im Bereich der militärischen Kommando- und Kontrollstrukturen.
ARPA sass an der Spitze des Verteidigungsministeriums DoD (im Pentagon)
und war bald das Paradebeispiel einer geglückten, von der Regierung finanzierten Grundlagenforschung. Prestigeträchtigste Arbeiten und Projekte wurden von IPTO (Information Processing Technology Office) ausgebrütet, das unter der Leitung von J.R.Licklider stand.
Die Computerszene der Vereinigten Staaten war zur Gründungszeit der ARPA gekennzeichnet durch die wachsende Verbreitung von allmählich - für damalige Verhältnisse - immer leistungsfähigeren Rechnern.
Der für viele Vorhaben notwendige Transfer von Daten machte allerdings den mühseligen Austausch von physischen Datenträgern wie Magnetbändern oder Lochkarten erforderlich und war ausschließlich auf Computer desselben Herstellers oder desselben Typs beschränkt.
Genutzt wurden die Rechner hauptsächlich für umfangreiche numerische Kalkulationen; nur wenige sahen das volle Potential der neuen Werkzeuge vorher.
Unter den vom IPTO unter Lickliders Leitung finanzierten Projekten waren viele wegweisende Entwicklungen wie die Implementierung von Time-Sharing-Betriebssystemen, die Herstellung graphischer Computerterminals und grundlegende Forschungen zur künstlichen Intelligenz. Durch die Entwicklung von Time-Sharing-Betriebssystemen war es für die Benutzer von Computern möglich geworden, interaktiv und gleichzeitig mit anderen Benutzern einen Teil der Rechenzeit eines zentralen Prozessors in Anspruch zu nehmen.
Die mühselige Vorbereitung einer großen Menge von Lochkarten wurde damit verzichtbar. Als Erweiterung der Idee des Timesharing - der gleichzeitigen Inanspruchnahme eines Rechners durch mehrere Benutzer - und zur Förderung der Dezentralisierung lag es nahe, den Benutzern durch die Einrichtung eines Netzwerks von Rechnern zu ermöglichen, gleichzeitig die Dienste verschiedener und auch räumlich weiter entfernter Rechner in Anspruch zu nehmen. Als entscheidende Frage stellte sich dabei die nach der geeigneten Topologie eines solchen Netzwerks.

Typischerweise wurden beim Time-Sharing Betrieb eine ganze Reihe von Terminals an einen zentralen Hostrechner angeschlossen, wobei die
Terminals die Form eines Sterns mit dem Host in der Mitte bildeten. Diese Topologie brachte allerdings einige schwerwiegende Nachteile mit sich: ein einzelner Leitungsfehler führte zum völligen Ausfall des betroffenen Rechners, und ein Ausfall des Zentralrechners hatte den Ausfall des gesamten Netzwerks zur Folge. Zudem ließ sich eine solche Konfiguration nur begrenzt erweitern, weil der Anschluß immer weiterer Terminals schließlich zu einer Überlastung des Zentralrechners führte. Außerdem konnten wegen der völligen Inkompatibilität ausschließlich Computer desselben Herstellers oder sogar desselben Typs verbunden werden.
Von den geförderten Projekten sollte jedoch dasjenige zur Errichtung eines nationalen Computernetzwerks die größte Bedeutung erlangen, dem sogenannten „ARPANet“.

siehe auch unter „Themen“: „ARPANet“ und "Personen" Robert Taylor und
Larry Roberts

 

 

 

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