Software


SOFTWARE
Information technology: its new meaning for art
an exibition sponsored by American Motors Corporation
The Jewish Museum September 16 through November 8, 1970
The Smithsonian Institution December 16 through February 14, 1971
Kurator: Jack Burnham

Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es zwei grosse Ausstellungen mit Conzept-Kunst, die angeregt und beeinflusst waren von
der technologischen Entwicklung, von Computern, von Informationstheorie und Ideen von einer künftigen „man-machine“ Symbiose.
Die Titel der beiden Ausstellungen waren „INFORMATION“ im Museum of Modern Art in New York (1970) und „SOFTWARE Information technology: its new meaning for art“ (1970) im Jewish Museum New York und anschließend
im The Smithsonian Institution (1971).

Die Planung für Software begann 1969, die Themen der Ausstellung waren angeregt durch „cybernetics“ und die Ausstellung des Museums of Modern Art „The Machine as Seen at the End of the Mechanical Age“ im Jahr 1968.
Ebenfalls anregend war sicher die Ausstellung „Cybernetic Serendipity: The Computer and the Arts“ von Jasia Reichardt im London Institute of Contemporary Art (1968).

Jack Burnham wollte „Computer in einem Museums-Enviroment“ zeigen.
Bezugspunkte waren für ihn Norbert Wiener, der1947 am MIT den Begriff „cybernetics“ geprägt hatte („Cybernetics: Or control and Communication in the Animal and the Machine“ (The MIT-Press: Cambrigde, Massachusetts, 2nd edition, 1961) oder Marvin Minsky („I think, Therefore I am“ in Psychology Today p.31).
Technischer Berater für „Software“ war Ted Nelson, einer der ersten Entwckler von Hyperlinksystemen und ein Verehrer von Vannevar Bush, dem „Godfather of the information age“.
Manche der Arbeiten in „Software“ sind aber auch in keinem Zusammenhang mit Maschinen entstanden, sie repräsentieren das „Programm“ des Künstlers

Zitat aus dem Katalog, einem Text von Jack Burnham:
„Again SOFTWARE is not technological art; rather it points to
the information technologies as a pervasive enviroment badly in need of the sensitivy tradionally associated with art. Since people will continue to make poems and paintings without computers, SOFTWARE focuses on modes of creativity and creative assistance which are more or less unique to the electronic age. Remembering the Latin derivation of art, the term ars in the Middle Ages was less theoretical than scientia: it dealt with the manual skills related to a craft or technique. But present distinctions between the fine, applied, and scientific arts have grown out of all proportion to the original schism precipitated by the Industrial Revolution.
Thus SOFTWARE makes none of the usual qualitative distinctions between
the artistic and technical subcultures.
At a time when esthetic insight must become a part of technological
decision-making, does such a division still make sense?“

Ted Nelson schrieb im Katalog in seinem Beitrag
„The crafting of media“, Theodor H. Nelson
...the design of media is thus in a sense of new art; before, we could
tinker little with the package...computerization can take whatever form
we wish it to; therefore we must learn about computers in order to wish better.“

Beiträge waren u.a.v:

Ned Woodman/Theodor H. Nelson
Labyrinth: An Interactive Catalogue 1970 (Ausstellungsbeitrag)
with assistance from scott Bradner (Art & Technology, Inc., Boston) und Digital Equipment Corporation (time share PDP-8 computer)
-erste öffentliche Vorführung eines Hypertextsystems
*
LIFE IN A COMPUTERIZED ENVIROMENT
The Architecture Machine Group, M.I.T.
Seek 1969-70
Reference: Nicholas Negroponte, The Architecture Machine,
M.I.T. Press 1970
(Seek wurde entwickelt und konstruiert von Studenten des Urban Systems Laboratory, gesponsert von der Ford Foundation.
Co-Direktor der Gruppe war Nicholas Negroponte, Direktor des
Media Lab am MIT
Nucleus des Sytems ist eine Interdata Model 3 Computer mit 65536 single (yes/no) bits. Springmäuse sind Versuchstiere in dem kybernetischen Modell einer Stadt. Einzige öffentlich vorgeführte Architekturmaschine von Negropontes Architecture Machine Group. Eine computerunterstützte „Ordnungsmaschine“ überwachte einen Glasschrank mit 500 Wüstenspringmäusen. Diese schubsten leichte Quader im Terrarium umher.
Die Maschine brachte den verschobenen Block wieder in eine Reihe.
Das führte zu einer sich ständig veränderten Architektur, die wiederspiegelte, wie in die Tiere den Ort benutzten.
*
Hans Haacke „Visitor´s Profile“ 1969
with assistance from Scott Bradner (Art & Technology, Inc., Boston)
Digital Equipment Corporation (time share PDP-8 computer)
Der Monitor ist verbunden mit einem Digitalcomputer, mit dem Keyboard können Besucher Fragen beantworten. Die Fragen sind 2 Typen:
1. nach Fakten vom Besucher selbst, Alter, Sex, Bildung, Einkommen
2.nach Wünschen etc.
Der Computer mischt die Antworten, komplettiert diese mit Antworten anderer Besucher und macht eine statistische Erhebung. Die Daten werden ausgedruckt als Statistik in Tabellen mit Antworten, Wünschen und demoskopischem Hintergrund des Besuchers. Der Computer macht es möglich, das sofort zu erhalten. Alles ist auf einer grossen Leinwand zu sehen, und die Daten sind für das Publikums offen zugänglich. Basierend auf ihren eigenen Daten ergibt sich ein statistisches Profil der Ausstellungsbesucher.
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Hans Haacke „News“ 1969
Lokale, nationale und internationale Nachrichten von Nachrichtenagenturen werden live in die Ausstellung übertragen und ausgedruckt, und erreichen die Besucher zur gleichen Zeit wie alle anderen Benutzer der Nachrichtenagenturen.
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Allen Radszow/Paul Conly „Composer“ 1970
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Radio Free Poetry
Guerilla Radio „Giorno Poetry Systems“
Werke von Dichtern, gespielt von einem autoreverse-Tonbandrecorder.
Jeder Poet hat 15 Minuten, 6 Poeten jeden Tag
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Allan Kaprow „Work“ A Happening, September 1969
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Les Levine „Systems Burn-off X Residual Software 1969
Ausstellung „Earth Works“ 1969 in Ithaca, Cornell University New York,
mit u.a. Hans Haacke
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The R.E.S.I.S.T.O.R.S. Studentengruppe aus Priceton, N.Y., haben auf den letzten drei „Spring Joint Computer Conferences“ ausgestellt. (1970)
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Computer, Hypertextsysteme und andere Technologie taucht zum ersten Male außerhalb von mit „classified“ versiegelten Labortüren auf und verleiht den neuen Technologien die Aura der Kunst und des „Künstlerischen“.

(siehe auch die Interviews mit Hans Haacke und Jack Burnham)

 


 

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