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Ich habe bemerkt, dass vielen von uns technologisch Versierten einige
der Ziele unserer Kollegen unangenehm sind. Ich zuckte zusammen, als ich
in der neuesten Ausgabe der Wired
las, dass: bis 2040 werden Roboter so intelligent sein wie wir.
Dann werden sie uns als dominante Lebensform auf der Erde ersetzen..
Dies ist aber kein Problem, es ist als eine Form von übermenschlicher
Grösse präsentiert, als die binäre Version vom Näherkommen
an Gottes Perfektion.
Soll man das ernst nehmen? Zuerst als ich den Artikel sah, dachte ich
es wäre ein Witz, eine Art Aprilscherz. Unglücklicherweise ist
es todernst.
Es ist auch der Logik der Schlussfolgerungen des Unabombers,
wohin sich
die Technologie bewegt, ähnlich. Der einzige Unterschied in ihren
Schlussfolgerungen ist: einer denkt, es ist cool, der andere nicht.
Ich war überrascht, dass der Unabomber über die Fusion von
Mensch und Maschine auf dem neuesten Stand ist. Er muss solche Musterbeispiele
des Genres gelesen haben wie Bruce Mazlishs Die vierte Beendigung:
die Co-Evolution von Menschen und Maschinen(Yale Universitätsverlag,
1993); Übermensch: die Verschmelzung von Menschen und Maschinen
in globale Superorganismen, (Simon Schuster, 1993) und den Ursprungstext
Ausser Kontrolle: Der Aufstieg von Neo-Biologischer Zivilisation,
von Kevin Kelly (Addison Wesley, 1994).
Dies sind alles seriöse Bücher von seriösen Verfassern,
verlegt von seriösen Verlegern. Dennoch behandeln sie alle dieselbe
Sache:
wir verschmelzen mit Maschinen, werden etwas, über Menschen hinaus,
und
wir sollten es begrüssen. Das Ende des Individuums ist ein Segen,
das Ablegen einer müden Fleischhülle. Was hier beunruhigend
ist, ist, dass wir hier zwei Extreme vom selben Ursprung habeneiner
ruft nach einer Rückkehr zur wilden Natur, der andere fragt nach
einer Zerstörung dessen, was es bedeutet,
eine menschliches Wesen zu sein. Wo ist die Alternativeeine humanistische
visionäre Technologie, die sowohl unsere Individualität als
Menschen unterstützt, als auch unsere Fähigkeit, zusammen zu
leben verbessert?
Technologie mit einem menschlichen Gesicht
Ich bekam einen Computer mit 12 Jahren, ging online und blieb online.
Ich lernte, zu programmieren, lernte den Weg zu denken, den ein Computer
denkt. Für eine Weile verdiente ich Geld durch das Schreiben von
Programmen. Ich liebe Sciene-Fiction und bekomme einen Kick durch gadgets
(technische Spielereien/ Neuentwicklungen).
Wichtiger noch, ich denke, dass die Kombination von Computern und Kommuni-
kationen den Charakter von Information tiefgreifend verändern kann,
durch Dezentralisation und durch Zugänglichmachen der Information
für Leute, die sonst keinen Zugang hätten. Mir gefällt
das Internet und alles, was wofür es steht. Aber ich bin besorgt.
Ich bin besorgt, dass die Typen, die diese Bücher über die Freuden
der Verbindung mit Maschinen alles Mitleid für menschliche Wesen
verloren haben. Ich bin bewsorgt, dass das, was einst Verrücktheit
war, heute konventionelle Weisheit wird.
Deshalb bin ich besorgt, dass für viele Leute die Wut des Unabombers
Sinn machen wird. Ich bin besorgt, dass unsere Liebe für Technologie
und Gadgets und Veränderung, wir die stille Mehrzahl bestenfalls
ignorieren werden, die nicht verstehen, was passiert, aber verstehen wollen;
schlimmstenfalls werden wir sie als hoffnungslos den Weg des Dodo-Vogels
ausgerichtet verspotten.
Vorsicht vor dem Rückschlag
Die urspüngliche Euphorie der digitalen Revolution ist vorrüber.
Wir verstehen allmählich die Fachsprache. Wir verstehen allmählich
die Möglichkeiten.
Es ist Zeit, zu übersetzen zu beginnen, was für alle anderen
möglich ist,
sonst riskieren wir die Zerstörung der Sache, auf die wir so stolz
sind.
So lange wie Technologie mit freiem Unternehen assoziiert wird, werden
diejenigen, die technologische Veränderungen fürchten, gedämpft
werden. Diese Assoziation hat viele Technologiefirmen von der Wut, die
es in Amerika gibt, isoliertdie Wut hinter Kreditberichten, Arbeitsplatzautomatisierung,
hinter Anruferidentifikation, Strichcodes und den anderen Punkten, wo
Daten- erfassung auf menschliches Fleisch trifft. Aber die Wut ist da,
köchelnd.
Die Wut kommt von Verwirrung, von der Tatsache, dass so wenig Bemühungen
zur Erklärung, wie diese Techologien funktionieren gemacht werden.
Sie kommt von der Arroganz derjenigen, die denken, dass die meisten Leute
zu dumm sind, um zu verstehen.
Wenn die bevorstehende Veränderungen in digitaler Technologie, Nanotechnologie
und genetischer Technologie so gross sind, wie ich denke, dann müssen
wir einen Widerstand der gleichen Grösse wie der Kraft hinter diesen
Fortschritten erwarten. Weniger zu erwarten, wäre dumm.
Wenn wir mit diesem grundlegenden Fakt der Verantwortung der menschlichen
Natur zu tun haben werden, dann ist es Zeit, aufzuhören, Fachsprache
zu sprudeln und anzufangen, Klartext zu reden, darüber, was verloren
werden kann und was gewonnen werden kann, während wir alles digitalisieren.
Auf diesem Wege können wir wenigstens versuchen zu beeinflussen,
was passiert, anstatt zu glauben, es sei eine unvermeidliche Kraft der
Natur,
unaufhaltsam, unveränderbar.
Wenn wir keinen Glauben in unsere Fähigkeit, unsere eigene Zukunft
zu bestimmen, haben können, dann sind wir wirklich unserer angeblichen
Rolle als nicht mehr als bestäubende Gehilfen wert, einige, noch
immer bewegungs- unfähige Maschinenspezies aufziehend. In solch einer
Welt würde ich auch Widerstand leisten. Etwas anderes zu tun, wäre
geisteskrank.
copyright 1995 by David S. Bennahum >davidsol@panix.com<
(mit freundlicher Genehmigung des Autors)
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